InfoSCHUL auf einen Blick

Welche Zielsetzungen verfolgt InfoSCHUL?

Im Rahmen der Initiative "Schulen ans Netz" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Telekom AG läuft seit dem Schuljahr 1997/98 die Sonderfördermassnahme "Nutzung elektronischer und multimedialer Informationsquellen in Schulen (InfoSCHUL)".

Die geförderten Projekte sollen zeigen, wie elektronische und multimediale Informationsquellen im Unterricht und beim selbständigen Arbeiten der Schüler im Kontext mit anderen (gedruckten) Lehr- und Lernmaterialien sinnvoll eingesetzt werden können. Sie sollen dazu beitragen, dass der selbständige Umgang mit wissenschaftlicher Literatur, Daten und Fakten auch aus elektronischen Quellen ein Element der Hochschulreife und der eigenständigen Erarbeitung von Wissen wird.

InfoSCHUL ist Teil der Massnahmen des BMBF zur Förderung der Nutzung von elektronischer Fachinformation. Mit der Ausrichtung auf allgemeinbildende und berufliche Schulen der Sekundarstufe II schlägt InfoSCHUL eine Brücke zu bereits durchgeführten und laufenden Massnahmen an Hochschulen, Forschungseinrichtungen und in der Wirtschaft.

Wer macht bei InfoSCHUL mit?

An InfoSCHUL nehmen Arbeitsgemeinschaften und Kurse der Sekundarstufe II von allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen teil, die bereits sämtlich Erfahrungen in der Computer- und Netznutzung haben.

Wie sehen die InfoSCHUL-Projekte aus?

In der ersten Phase InfoSCHUL 1 im Schuljahr 1997/98 ging es darum, Ansatzpunkte für den pädagogisch sinnvollen Einsatz elektronischer und multimedialer Informationsquellen im Unterricht aufzuzeigen und zu erproben. Ein wichtiger Aspekt hierbei war die Bewertung dieser Quellen hinsichtlich ihrer Schul- und Schülertauglichkeit. Die insgesamt 91 Projekte konzentrierten sich im wesentlichen auf ein Unterrichtsfach, gegebenenfalls unter Einbeziehung angrenzender Bereiche.

Gegenstand der 43 Projekte in der zweiten Phase InfoSCHUL 2 im Schuljahr 1998/99 war die Übertragung erfolgreicher Referenzprojekte zur Nutzung elektronischer und multimedialer Informationsquellen im Unterricht - auf weitere Unterrichtsfächer, in die Lehreraus- und -fortbildung oder in eine Kooperation mit Informationsanbietern, z.B. Schulbuchverlagen.

Im Rahmen der dritten Phase InfoSCHUL 3 im laufenden Schuljahr 1999/2000 werden Projekte gefördert, die sich der Entwicklung und Erprobung von Unterrichtskonzepten und -reihen zur systematischen Integration elektronischer und multimedialer Lehrmaterialien in den Unterricht annehmen. Weiter geht es um die Dokumentation der Ergebnisse mit dem Ziel der möglichst leichten Übertragbarkeit und Verbreitung. Insgesamt 37 Verbünde aus bis zu drei Schulen, Institutionen der Lehreraus- und -fortbildung sowie Informationsanbietern sollen die Basis der InfoSCHUL-Aktivitäten spürbar verbreitern und einen "Schneeballeffekt" bewirken.

Zur Durchführung der Projektarbeit wurden bzw. werden die beteiligten Schulen mit jeweils 20.000 DM gefördert (bei InfoSCHUL 3 auch Einrichtungen der Lehreraus- und -fortbildung mit je 5.000 DM). Einen entsprechenden Anteil müssen die Schulen als Eigenleistung aufbringen.

Was wurde bisher erreicht?

Die InfoSCHUL-Projekte haben qualitativ bemerkenswerte Ergebnisse gebracht, u.a.:

  • Die Nutzung elektronischer/multimedialer Informationsquellen bereichert erkennbar den Unterricht der Sekundarstufe II (durch höhere Aktualität, größere Quellenvielfalt, einfache Kombination der Recherche mit Kommunikationsdiensten, usw.)
  • Bei den beteiligten Kursen ist durch die Bank eine Steigerung der Medienkompetenz zu verzeichnen (Schüler lernen u.a., den Gehalt und die Belastbarkeit von Quellen abzuschätzen, werden an eigenständiges und eigenverantwortliches Arbeiten herangeführt, usw.).
  • Die Motivation der an den Projekten beteiligten Schulteams ist durchweg sehr hoch (häufig investieren Schüler und Lehrer Teile ihrer Freizeit in die Projektarbeit).
  • Neue Medien verlangen ein Einstellen des Lehrers auf neue Gegebenheiten (stärkere Prozessorientierung der Unterrichtsgestaltung/"Der Weg ist das Ziel"; die Nutzung multimedialer Elemente darf nicht zum Selbstzweck werden; Mehrwert bzgl. Lehr- und Lerngehalt, Motivation, usw. muss gegeben sein).
  • Der Einsatz der neuen Medien im Unterricht bewirkt einen Wandel im Rollenverständnis Lehrer-Schüler (der geringere Wissensvorsprung gegenüber den Schülern macht den Lehrer immer wieder auch zum Lernenden; Modelle wie "Lernen durch Lehren" haben sich bewährt).
  • Erstmals beschreiten Schulen den Weg der Kooperation mit Partnern außerhalb der Schule, die einen neuen Zugang zur Informationslandschaft eröffnen (Kontakt zu professionellen Informationsanbietern und Experten ermöglicht den qualifizierten "Blick über den Tellerrand").
  • Der Transfer von Know-how und Erfahrungen funktioniert auch über Unterrichtsfächer hinweg (meist überwiegen fachübergreifende Aspekte die fachspezifischen Elemente; das Wissen um Organisation und Methodik von multimedial unterstütztem Unterricht läss sich vielfältig anwenden).
  • In vielen Kollegien haben Vorarbeiten als Katalysator gewirkt und die Möglichkeit eröffnet, auf einem spürbar verbreiterten Fundament aufzusetzen (vorangetrieben durch Neugierde und Druck "von unten" - auch und gerade von Schüler- und Elternseite).
  • In vielen teilnehmenden Schulen konnten mit tatkräftiger Unterstützung der Schulleitung erfolgreich Ansätze zur Kontinuitätssicherung geschaffen werden (Kolleginnen und Kollegen wurden sensibilisiert und geschult; auch die Sachaufwandsträger wurden einbezogen; die entstandene Eigendynamik wird auch nach Auslaufen der Förderung Bestand haben).
  • Hochwertige Projektergebnisse - z.B. in Form von elektronischen und multimedialen Lehr- und Lernmaterialien, aber auch hochinteressante Unterrichtskonzepte und Curricula - stehen weiteren interessierten Schulen zur Verfügung.

Ein Wort zu Sponsoren und Paten

Der Erfolg von InfoSCHUL ist massgeblich auch auf die Unterstützung der InfoSCHUL-Sponsoren (u.a. kommerzielle Informationsanbieter) und der Vielzahl meist regional ansässiger Kooperationspartner (einschließlich der lokalen/regionalen Sponsoren) zurückzuführen. InfoSCHUL hat zu einem kooperativen Verhältnis zwischen Schule und Wirtschaft beigetragen.

Folgende namhafte Informationsanbieter unterstützen InfoSCHUL mit großzügigen Sponsoring-Angeboten: Beilstein Informationssysteme GmbH, Frankfurt/Main; Deutsches Patent- und Markenamt (DPMA), München; DIMDI - Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information, Köln; Fachinformationszentrum Karlsruhe/STN International, Karlsruhe; FIZ CHEMIE BERLIN - Fachinformationszentrum Chemie GmbH, Berlin; FIZ Technik - Fachinformationszentrum Technik e.V., Frankfurt/Main; GBI - Gesellschaft für Betriebswirtschaftliche Information mbH, München; infoware Gesellschaft für Informationstechnik mbH, Köln; juris - Juristisches Informationssystem für die Bundesrepublik Deutschland, Saarbrücken; LEXIS-NEXIS Information Services GmbH, Frankfurt/Main; Umweltbundesamt, Berlin; Verlag Buchhändler-Vereinigung GmbH, Frankfurt/Main.

Wo gibt es mehr Information?

Im Rahmen der Initiative "Schulen ans Netz" ist die Geschäftsstelle von Schulen ans Netz e.V. (http://www.san-ev.de) ein wichtiger Ansprechpartner für die Projektschulen. Zur Unterstützung der Arbeit steht für die InfoSCHUL-Projekte zudem ein externer fachlicher Projektkoordinator zur Verfügung, der die Projektteams bei fachlichen Fragen berät. Nähere Informationen unter: http://www.scientificconsulting.de/infoschul.

InfoSCHUL hat bereits in der Presse, in Ausstellungen und auf Fachkongressen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit gefunden.